BETONGESPRÄCHE

natürlich Beton - Betongespräche - Johannes

JOHANNES, 58 Jahre

ZIVILTECHNIKER & INFRASTRUKTURPLANER

Im Infrastrukturbereich spielt Beton gleich mehrere Stärken aus: Aufgrund seiner lärmschützenden Eigenschaften wird der Einsatz des Baustoffs im Straßenbau immer öfter vorgeschrieben. Dank seiner Härte und Beständigkeit ist Beton für Straßenbeläge ideal: diese senken den Spritverbrauch von Fahrzeugen und erhöhen die Reichweite von Elektroautos, da der Belag keine „Bugwelle“ bildet. Hier arbeitet die Bauwirtschaft seit Jahren auch eng mit Forschungseinrichtungen zusammen, zum Beispiel mit der Technischen Universität (TU) Wien. Forschungsprogramme zum Einsatz von Beton im Straßenverkehr zeigen beispielsweise, dass hellere Betonfahrbahnen die Temperatur in Städten senken und Verkehrsteilnehmer in der Nacht besser sichtbar machen können.

Auf Nummer sicher

Dort, wo die Sicherheit von Menschen eine Rolle spielt, ist Beton als Baumaterial oft die erste Wahl. Dazu gehört der Hochwasserschutz. Dort, wo unversiegelte Flächen zum Versickern in Gewässernähe nicht ausreichen, schützt Beton vor Überflutungen. Etwa in Form von Wehranlagen oder Wasser-Rückhaltebecken entlang großer Flüsse wie Donau, Drau und Mur. An vielen Orten entlang der Donau, wo an den Uferpromenaden Bauwerke aus Beton entstanden sind, erfüllt Beton gleich zwei Funktionen. Bei normalem Pegelstand dient der Baustoff als Sitzbank mit Blick auf den Fluss. Und sobald der über seine Ufer tritt, werden sie zum Fundament für mobile Hochwasser-Schutzwände, die vom örtlichen Katastrophenschutz binnen kurzer Zeit errichtet werden können.

auf nummer sicher
Auch in Ybbs an der Donau wird Beton zum Hochwasserschutz eingesetzt, typisch ist die mögliche Freizeitnutzung in Zeiten mit normalem Wasserstand.

Eines seiner größten Potenziale spielt das Baumaterial jedoch an anderer lebenswichtiger Stelle aus: Der Baustoff bietet Schutz vor Feuer. Schließlich ist Beton nicht brennbar. Der Umstand, dass von Beton im Brandfall keine giftigen Dämpfe ausgehen, macht ihn zum wichtigsten Brandschutz-Material im Hoch- und Tiefbau. Und noch eine weitere Eigenschaft trägt zu seiner wichtigen Rolle im Brandschutz bei: Beton weist einen sehr hohen Durchwärmungswiderstand auf. Das bedeutet: Er wirkt hitzeabschirmend.

Dort, wo Gesteinsmassen von steilen Hängen herabstürzen, werden mit Hilfe von Beton ebenfalls Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Auch im Lawinenschutz machen sich Städte und Gemeinden der Alpenregionen Beton zunutze, z. B. als Fundament von Lawinenzäunen. Wo Straßen, Bahnstrecken oder Industrieanlagen gebaut werden, sollen Lärmemissionen geringgehalten werden. Dabei helfen Lärmschutzwände aus Beton.

“Seine lange Lebensdauer vermindert den “ökologischen Rucksack” von Beton: sowohl volkswirtschaftlich als auch umwelttechnisch betrachtet ist es sinnvoll, ein Bauwerk mit 100 Jahren Lebensdauer zu bauen.”

Bürgermeister NÖ